Lexikon

Abgeltungsteuer

Die Abgeltungsteuer in Höhe von 25% ist eine Quellensteuer (Kapitalertragsteuer), die seit dem Jahr 2009 auf Einkünfte aus Kapitalvermögen erhoben wird. Ihr unterliegen Zinsen, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds und Zertifikaten sowie private Veräußerungsgewinne. Das Halbeinkünfteverfahren, wonach bei Dividenden nur die Hälfte der Erträge zu versteuern war, ist damti entfallen. Die Abgeltungsteuer wird von dem Kreditinstitut direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.Neu bei der Abgeltungsteuer ist die generelle Besteuerung von Veräußerungsgewinnen. Diese ersetzt die vorherige Regelung der zwölfmonatigen Spekulationsfrist. Das gilt allerdings nur für Neuanlagen seit 1. Januar 2009, d.h. alle Wertpapiere, die bis 31. Dezember 2008 gekauft wurden, unterliegen der alten Regelung und sind bei Veräußerung nach zwölf Monaten steuerfrei.Der Steuersatz von 25% betrifft alle Sparer gleichermaßen. Das heißt auch: Für Großverdiener gilt nun nicht mehr der persönliche Einkommenssteuersatz von bis zu 45%. Einzig bei Kleinstverdienern ermäßigt sich der Steuersatz. Wenn der individuelle Steuersatz unter 25% liegt, kann der Anleger sich die Differenz im Rahmen der Einkommensteuererklärung erstatten lassen.

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Aktie

Ein Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft und dem Inhaber Vermögens- und Mitspracherechte sichert. Der Kurs einer Aktie ergibt sich aus Angebot und Nachfrage an der Börse, er repräsentiert den Wert des Unternehmens.

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Aktienfonds

Bei einem Aktienfonds wird das Fondsvermögen überwiegend oder ausschließlich in Aktien investiert. Als Eigentümer der Fondsanteile wird der Anleger demnach Miteigentümer derjenigen Unternehmen, in deren Aktien sein Fonds investiert ist. Er ist folglich an der Entwicklung der Unternehmen beteiligt. Aktienfonds können entweder weltweit agieren, oder auf einzelne Regionen oder Branchen konzentriert sein. Sie eignen sich für einen langfristigen Anlagehorizont (mindestens 10 Jahre).
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Aktiengesellschaft

Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter (Aktionäre) über den Kauf von Aktien am Grundkapital beteiligt sind. Für Verbindlichkeiten des Unternehmens haften die Gesellschafter bis zur Höhe ihrer Beteiligung. Mit seinem Stimmrecht in der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft (AG) hat der Aktionär die Möglichkeit, auf Unternehmensentscheidungen in begrenztem Umfang einzuwirken. Auf Hauptversammlungen wird u.a. über die Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat, die Verwendung des Bilanzgewinns und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat entschieden.
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Aktiengewinn

Der Aktiengewinn ist der Teil des Gewinns aus der Veräußerung oder der Rückgabe von Fondsanteilen, der für den einkommensteuerpflichtigen betrieblichen Anleger (z.B. Einzelunternehmer) zu 40% steuerfrei und für den körperschaftsteuerpflichtigen betrieblichen Anleger (z.B. Kapitalgesellschaften) in voller Höhe steuerfrei ist. Der Rest des Gewinns ist steuerpflichtig.

Der Aktiengewinn umfasst

  • noch nicht ausgeschüttete oder thesaurierte Dividenden aus Aktien,
  • Erträge von aktienähnlichen Genussscheinen,
  • Veräußerungsgewinne von Aktien und aktienähnlichen Genussscheinen und
  • Kursgewinne von Aktien und aktienähnlichen Genussscheinen.

Bei Dachfonds fließt in den Aktiengewinn auch der Aktiengewinn der Zielfonds ein.

Hinweis: Für den privaten Anleger hat der Aktiengewinn keine Bedeutung.

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Anlage AUS

Weisen Fonds ausländische Bruttoerträge aus, muss der Anleger im Rahmen seiner Steuererklärung zusätzlich die Anlage AUS ausfüllen. Vgl. Thesaurierung
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Anlage KAP

In der Anlage KAP werden im Rahmen der Steuererklärung die Einkünfte aus Kapitalvermögen aufgeführt. Die Anlage ist stets auszufüllen, wenn die gesamten Einnahmen aus Kapitalvermögen den Betrag von 801 EUR bei Einzelveranlagung bzw. 1.602 EUR bei Zusammenveranlagung überschreiten.

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Anlegerbezogene Risikoklasse

Die anlegerbezogene Risikoklasse beruht auf einer Prognose, wie sich der
Fonds unter Berücksichtigung seiner Anlageziele zukünftig entwickeln wird.
Es besteht keine Garantie dafür, dass der Fonds seine Anlageziele
erreicht.

Die anlegerbezogene Risikoklasse weicht von dem fondsbezogenen
Risikoindikator ab. Dieser beruht auf Daten der Vergangenheit und wird in
den Wesentlichen Anlegerinformationen veröffentlicht.

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Anleihe

Auch Rente, Rentenpapier, verzinsliches Wertpapier genannt.
Wertpapier mit genau festgelegten Bedingungen hinsichtlich Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlungsverpflichtungen, mit dem Großschuldner längerfristige Darlehen aufnehmen. Großschuldner sind die öffentliche Hand (Bund, Länder, Gemeinden), Großunternehmen und Banken. Beispiele sind öffentliche Anleihen, Pfandbriefe und Industrieanleihen.
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Anteilklasse

Anteile eines Fonds können mit unterschiedlichen Rechten in Bezug auf Ausschüttungspolitik, Gebührenstruktur, Mindestanlagesumme sowie Währungsnotierungen ausgestattet sein. Die Bildung verschiedener Anteilklassen ermöglicht es somit z.B. für ein und dasselbe Sondervermögen sowohl thesaurierende wie auch ausschüttende Anteile auszugeben.
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Anteilwert

Berechnet sich aus dem Vermögen eines Fonds, dividiert durch die Zahl der ausgegebenen Anteile, auch Rücknahmepreis genannt.

  • Beispiel:
    Fondsvermögen (42,42 Mio. EUR): verkaufte Fondsanteile (1,5 Mio. Stück)
    = Anteilwert 28,28 EUR
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Arbeitnehmersparzulage

Viele Arbeitgeber zahlen heute zusätzlich zu Gehalt vermögenswirksame Leistungen, auch VL abgekürzt. Zahlt der Arbeitnehmer diese VL in bestimmte Anlageformen ein, kann er dafür die Arbeitnehmersparzulage beantragen.

Die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage:

  • Das zu versteuernde Einkommen für Ledige darf maximal 20.000 EUR bzw. 40.000 EUR bei zusammen veranlagten Ehegatten nicht überschreiten.

Die Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen ist im Rahmen der Steuererklärung zu beantragen. Die HANSAINVEST erstellt einmal jährlich (per 31.12.) den VL-Anlegern eine Bescheinigung über die eingezahlten vermögenswirksamen Beiträge, die der Steuererklärung beizufügen ist. Das Finanzamt überweist die gewährten Zulagen in einer Summe, mit Ablauf der Sperrfrist auf das HANSAINVEST VL-Depot.  Die Zulagen werden dann wiederum in Fondsanteile investiert.

 

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Ausländische Quellensteuer

In verschiedenen Ländern unterliegen die Erträge von Wertpapieren einer Quellensteuer. Fonds, die solche Papiere in ihrem Portfolio haben, erhalten die Erträge gemindert um diese Quellensteuer.

Der erstattungsfähige Teil der einbehaltenen ausländischen Quellensteuer kann der Fondsgesellschaft von den ausländischen Finanzbehörden erstattet werden.

Einbehaltene Quellensteuer, die dem Fonds nicht erstattet werden, aber anrechenbar sind, kann der Fonds im jeweiligen Ausschüttungsland als Werbungskosten berücksichtigen und mindert so den im Inland steuerpflichtigen Ertrag. Alternativ kann auch eine Anrechnung auf die sich ergebende Abgeltungsteuer erfolgen.

Eine Erstattung aufgrund eines Freistellungsauftrags oder einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) ist nicht möglich.

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Ausländischer Bruttoertrag

Ausländische Bruttoerträge sind Erträge, die Fonds aus „ausländischen“ Anlagen beziehen. Diese unterliegen – sofern sie nicht von inländischen Steuern freigestellt sind – ebenfalls der Besteuerung.

Die dem inländischen Fonds seit dem 01.01.2001 zugeflossenen ausländischen Dividenden sind für den Privatanleger und den einkommensteuerpflichtigen betrieblichen Anleger nur zur Hälfte steuerpflichtig, für den körperschaftsteuerpflichtigen betrieblichen Anleger sind sie steuerfrei.

Dies gilt für ausländische transparente Fonds zudem seit dem 01.01.2004. Wurde auf diese Erträge bereits eine ausländische Quellensteuer einbehalten, kann diese auf Antrag (Anlage AUS) auf die Einkommensteuer angerechnet bzw. bei Ermittlung der Gesamteinkünfte abgezogen werden.

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Ausschüttung

Häufig werden bei Fonds die ordentlichen und ggf. außerordentlichen Erträge einmal jährlich vom Fondsverwalter an den Anleger in Form einer Ausschüttung weitergegeben.

Die Ausschüttung bewirkt einen Rückgang des Fondspreises. Und zwar wird am Tag der Ausschüttung (Ex-Tag) der Ausschüttungsbetrag dem Fondsvermögen entnommen, wodurch sich bei einer gleich bleibenden Anzahl von Anteilen ein niedrigerer Fondspreis errechnet.

Handelt es sich dagegen um einen thesaurierenden Fonds, dann verbleiben die im Geschäftsjahr erwirtschafteten Erträge dauerhaft im Fondsvermögen und erhöhen permanent den Anteilwert. Ordentliche Erträge aus thesaurierenden Fonds gelten steuerlich mit Ablauf des Geschäftsjahres des Fonds als dem Anleger zugeflossen.

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