Spurwechsel in Richtung Zukunft

Ausgabe 3/2019Lesedauer: 4 Minuten

Geschwindigkeit und Wucht des technologischen Wandels nehmen stark zu. Noch nie war die Zeit günstiger, um in die Zukunft zu investieren. Es gibt kaum eine Branche, die nicht betroffen ist.

Was mit Zeitungen, Büchern, Musik und Warenhäusern begann, geht mit der Automobilbranche und anderen Sektoren in eine neue Runde. Die Wachstumsraten von zukunftsorientierten Geschäftsmodellen sind vielversprechend. Jedes Portfolio profitiert, wenn mehr intelligente Technologien und innovative Unternehmen berücksichtigt werden. Der vorausschauende Anleger richtet daher seinen Radar weiter nach vorn: Welche Technologien bringen uns dringende und erwünschte Verbesserungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt?

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Firma beträgt heute nur noch 15 Jahre, während es in den Fünfzigern noch ganze 60 Jahre waren. Auch die Innovationszyklen werden dramatisch kürzer. Ein zehnjähriger Innovationszyklus bringt Entwicklungen, die sich anfühlen, wie früher das Ergebnis aus 100 Jahren Forschung. Endlich werden nicht erneuerbare fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt. In den späten siebziger Jahren kostete eine Kilowattstunde (kWh) aus Solartechnologie noch über 80 US-Dollar. Heute produziert die amerikanische Nevada Power – eine Gesellschaft von Warren Buffett – die kWh für 2,15 Cent.

Die Digitalisierung hat in zahlreichen Branchen eine neue, strukturelle Tiefe erreicht: Nicht nur erneuerbare Energien werden massiv günstiger, auch Elektromobile, Batterietechnologien, Cloud- und Rechnerkapazitäten oder 3-D-Printer verändern ganze Wertschöpfungsketten. Der Wettkampf um die besten Innovationen ist längst entbrannt.

Die deutsche Autoindustrie hat sich verfahren
Eine solche Disruption hinterlässt Gewinner und Verlierer, auch in einer etablierten Branche wie der Automobilindustrie. Experten gehen davon aus, dass die erfolgsverwöhnte Branche mit mindestens fünf Jahren Verspätung auf der Innovationsstraße unterwegs ist. Deutschland erlebt gerade seinen „Kodak-Moment“, denn Geschwindigkeit und Wucht des „Dreifach-Tsunamis“ aus Elektrifizierung, Digitalisierung und Sharing Economy wurden nicht erkannt. Laut aktueller EU-Klimavorgabe muss die Autoindustrie bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2021 weitere 35 Prozent Kohlendioxid einsparen. Nach heutigem Standard hätten neun von zehn Autos dann keine Chance mehr, verkauft zu werden. In Indien sind zum Beispiel ab 2030 keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen.

Vorsprung durch Technik: autonomes Fahren
Autonomes Fahren wird kommen. Die Technik ist da und die breite Anwendung nur noch eine Frage der Zeit und der Rahmenbedingungen. Durch die autonome E-Mobilität in Verbindung mit der neuen Sharing-Kultur würden 80 bis 90 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft werden.

Wertschöpfung wird heute nicht mehr mit dem Auto beziehungsweise mit Hardware generiert, sondern mit der Technologie, der Software, die in ihm steckt. Das äußert sich auch schonungslos in der Kursentwicklung der Akteure. So wurde zum Beispiel die israelische Sensor-Firma Mobileye von Intel für knapp 14 Milliarden US-Dollar übernommen. Mobileye liefert Schlüsselkomponenten für das autonome Auto. Zum Vergleich: Als Nissan 2016 bei Mitsubishi einstieg, lag die Bewertung bei knapp fünf Milliarden US-Dollar: New Economy schlägt Old Economy.

Viele Investitionen sind von gestern Was heißt das für Anlegerinnen und Anleger? Selbst Nostalgikern gehen die Gründe aus, in Geschäftsfelder zu investieren, die eine Lebensweise von gestern unterstützen. Herkömmliche Branchen wie Finanzdienstleistungen, traditionelle Konsum- und Retailprodukte, fossile Brennstoffe, Stahl- und Schwerindustrie verzeichneten in den vergangenen Jahren durchschnittliche Wachstumsraten von einem bis fünf Prozent pro Jahr. Neue, zukunftsorientierte Bereiche wie Smart Farming, Robotics, Elektromobilität, Sensoren, Satelliten, Cybersecurity und Batteriespeicher versprechen viel mehr Zukunft und wachsen zwischen 20 und 35 Prozent pro Jahr. So erstaunt es nicht, dass sich der „Kodak-Moment“ in den meisten Branchen findet.

Megatrends im Fokus: der D&R Globalance Zukunftbeweger Aktien Der D&R Globalance Zukunftbeweger Aktienfonds fokussiert sich mit 60 Aktien auf diese Geschäftsmodelle der Zukunft. Innerhalb von acht Megatrends, wie zum Beispiel Ressourcenverknappung, Urbanisierung oder Digitalisierung, finden sich wirkungsorientierte und zukunftsweisende Investitionen in globale Aktien. Beispielhaft sehen wir Kreuzfahrten nicht als zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Touristische Kreuzfahrten gehören aber auch zwei Megatrends an: 1. Demographische Veränderung/Herausbildung einer Mittelschicht in China, Indien oder Brasilien und 2. Klima & Energie: Ein Kreuzfahrtschiff stößt pro Tag etwa so viel Feinstaub aus wie eine Million Autos. 2018 überzeugt Globalance jedoch eine Innovation, die Wellen schlägt: Die „Aida Nova“ pflügt als erstes Kreuzfahrtschiff mit Flüssiggas (LNG) durch die Meere. Flüssiggas reduziert die Feinstaubemissionen um 98 Prozent, Stickoxid um 85 Prozent und Schwefeldioxid fällt gänzlich weg. Flüssiggas ist als Übergangstreibstoff Teil der Lösung. Der Zukunftbeweger Fonds investiert in Sempra Energy, ein führender Entwickler im LNG-Markt. Der Globalance Footprint von Sempra Energy ist positiv.

Die lohnendste Investition ist die in die Zukunft Jedes Portfolio profitiert, wenn verstärkt intelligente Technologien und innovative Unternehmen berücksichtigt werden. Gefragt sind Innovationen, die mehr Lebensqualität ermöglichen und zu weniger Umweltbelastung führen. Statt ums Auto beispielsweise dreht sich zukünftig alles um integrierte, smarte Mobilitätssysteme. Megacitys werden lebenswerter. Knappe Ressourcen werden effizienter eingesetzt. Das Klima wird geschützt. Noch nie war die Zeit so gut, um in die Zukunft zu investieren.